airberlin-Aktie, XETRA: 0,58 EUR, 24.02.2017, 17:29

Besonderheiten

Besonderheiten der airberlin Aktie

Gesetzliche Grundlagen

Gemäß der EU-Verordnung Nr. 1008/2008 muss ein Luftfahrtunternehmen zur Erteilung und Aufrechterhaltung seiner Betriebsgenehmigung zu mehr als 50 % im Eigentum von EU-Mitgliedstaaten oder Staatsangehörigen von EU-Mitgliedstaaten stehen und von ihnen tatsächlich kontrolliert werden. EU-Mitgliedstaaten stehen die Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie die Schweiz gleich.

Einige wenige von der Bundesrepublik Deutschland mit nicht EU-Mitgliedstaaten abgeschlossene bilaterale Luftverkehrsabkommen setzen zudem für die Ausübung von Verkehrsrechten den Nachweis voraus, dass sich das Luftfahrtunternehmen mehrheitlich in deutschem Eigentum befindet und/oder von deutschen Staatsangehörigen kontrolliert wird.

Um sicherzustellen, dass diese Anforderungen eingehalten werden, muss airberlin in der Lage sein, einen Nachweis bezüglich der Beteiligungs- und Kontrollverhältnisse zu erbringen. Für Aktiengesellschaften nach deutschem Recht gilt das Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz (LuftNaSiG), wonach Aktien in Form von vinkulierten Namensaktien ausgegeben werden. Das LuftNaSiG gibt dem Luftfahrtunternehmen verschiedene Instrumente zur Hand, mittels derer es die Einhaltung der luftverkehrsrechtlichen Anforderungen sicherstellen kann.

Satzung von airberlin

airberlin ist eine Aktiengesellschaft britischen Rechts (public limited company) und unterliegt daher nicht dem LuftNaSiG. Um gleichwohl die Einhaltung der luftverkehrsrechtlichen Eigentums- und Kontrollvorschriften sicherstellen zu können, sieht die Satzung von airberlin zunächst vor, dass Aktionäre der airberlin nur dann in das Aktienregister (sog. „CI Register“) eingetragen werden, wenn sie der Gesellschaft ihre Nationalität offenlegen. Sollten Aufrechterhaltung oder Erteilung von Betriebsgenehmigung oder einzelnen Verkehrsrechten gefährdet sein, können die Directors von airberlin verschiedene Maßnahmen ergreifen. Hierzu gehören neben der Verweigerung der Zustimmung zur Übertragung von Aktien und zur Eintragung von Aktionären etwa Auskunftsverlangen gegenüber Aktionären, die Beschränkung der Ausübung von Stimmrechten oder auch die Aufforderung zum Verkauf von Aktien. Schließlich können die Directors – im Falle des fruchtlosen Verstreichens einer Frist zum Verkauf – die Aktien selbst im Namen des Aktionärs verkaufen.

Aktienregister („CI Register“) von airberlin

Die Depotbanken übermitteln die Informationen über die Umsätze in den Depots über das Wertpapierabwicklungssystem (CASCADE-RS) der Clearstream Banking AG, ein Unternehmen der Deutschen Börse AG, elektronisch an das Aktienregister der airberlin. Gemeldet werden Name, Anschrift, Nationalität, Geburtsdatum und die Anzahl der Aktien. Die Banken informieren auch elektronisch über etwaige Adressänderungen. Nach Kenntnis von airberlin stellen manche Bankhäuser dem Depotinhaber für diese nach der Satzung vorgeschriebenen Transaktionen Gebühren in Rechnung.

Hauptversammlung (General Meeting)

airberlin versendet die Einladungen zur jährlichen Hauptversammlung (General Meeting) auf der Basis der Eintragungen im Aktienregister. Deshalb empfehlen wir unseren Aktionären, bei Änderungen von Adresse oder Aktienbestand darauf zu achten, dass die depotführende Bank rechtzeitig für die Korrektur im Aktienregister sorgt.